Skeleton? Alexander Tretjakow!

Alexander Tretjakow ist amtierender Skeleton-Weltmeister und machte die Sportart in Russland bekannt.

Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Sankt Moritz wurde Alexander Tretjakow der erste russische Skeleton-Weltmeister. Foto: RIA-Novosti

Ilja Sobolew, für Russland HEUTE

Alexander Tretjakow begann seine sportliche Karriere in der Leichtathletik. Dann versuchte er sich als Bobfahrer, brachte als Leichtgewicht jedoch nicht die körperlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bobfahrerkarriere mit. Schließlich entdeckte er Skeleton. Bei dieser Sportart, die auch zum Bobfahren gehört, fahren die Sportler auf einer Art Schlitten auf dem Bauch liegend durch einen Eiskanal. Dabei erreichen sie hohe Geschwindigkeiten.

An seine erste Skeletonfahrt erinnert sich Alexander Tretjakow noch genau: „Ich habe die Sportart überhaupt nicht verstanden. Während der Fahrt war alles verschwommen. Aber irgendwie bin ich ins Ziel gekommen.“ Doch bei Tretjakow war der Ehrgeiz geweckt: „Ich wollte besser werden. Ich wollte bewusster fahren und die richtige Steuertechnik lernen.“



Aller Anfang ist schwer

Anfangs gelang Tretjakow als ehemaligem Leichtathleten nur der Anlauf gut. Ansonsten machte er einen Fehler nach dem anderen. Es fehlte an der Steuerfähigkeit und seine Technik war mangelhaft. Das zeigte sich insbesondere bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2006 in Turin. Zunächst zeigte Tretjakow in zwei Versuchen den besten Anlauf und lag sogar bis zur Hälfte der Strecke auf dem ersten Platz. Doch wegen seiner vielen Fehler reichte es am Ende nur für Platz 15. Die Fachleute sagten Tretjakow aber schon damals eine große Zukunft vorher. Sie sollten recht behalten.

In der Saison 2006/07 belegte er im Gesamtweltcup den dritten Platz. Seinen größten Erfolg erzielte er in der Saison 2008/09, als er den Gesamtweltcup mit einem dritten, zwei zweiten und zwei ersten Plätzen, die er bei den letzten Weltcup-Rennen dieser Saison in Park City holte, für sich entscheiden konnte. 

In dieser Saison belegte er bei der Weltmeisterschaft in Lake Placid Platz drei. Bei seinen zweiten Olympischen Spielen 2010 im kanadischen Vancouver holte Tretjakow mit Bronze für Platz drei die erste olympische Medaille für einen russischen Skeletonpiloten.

Der heute 28-Jährige blieb weiter auf Erfolgskurs. Beim Weltcup 2011 gewann er die Silbermedaille. Gold holte Martin Dukurs aus Lettland. Damals lobte dieser seinen Konkurrenten noch: „Tretjakow hat sein Potenzial rechtzeitig maximal ausgenutzt.“

Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Sankt Moritz triumphierte Alexander Tretjakow über Dukurs und wurde der erste russische Skeleton-Weltmeister. Seitdem ist das Verhältnis zwischen den Sportlern angespannt. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi gilt Tretjakow als größter Konkurrent Dukurs’ beim Kampf um Gold. In dieser Saison lieferten sich beide bisher ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Tretjakow konnte dabei immer unter den ersten Fünf landen, während Dukurs sich einmal mit Platz acht begnügen musste.

Der Cheftrainer des russischen Skeleton-Teams, Willy Schneider, zeigt sich indes unbeeindruckt von Dukurs’ Leistungen: „Dukurs hat letztes Jahr zwar alle Wettkämpfe gewonnen, aber den Weltcup in Sankt Moritz nicht.“



Alle Zeichen stehen auf Gold

In Sotschi standen sich die beiden Skeleton-Piloten schon einmal gegenüber, beim Weltcup 2013, den Dukurs für sich entscheiden konnte. Bei Olympia könnte sich der Heimvorteil für Tretjakow bezahlt machen. „Die Fans verbinden große Hoffnungen mit Tretjakow“, sagt Gregorij Bedshamow, Vorsitzender des russischen Verbands für Bobsport und Skeleton. „Tretjakow ist ein erfahrener Sportler. Diese Olympischen Spiele sind nicht die ersten in seiner Karriere und er ist sehr erfahren in großen internationalen Wettkämpfen.“

Außerdem gewann Tretjakow im Oktober in Sotschi die russische Meisterschaft, bei der er ein Rekordergebnis erzielte. Auch in der Vorbereitung macht Tretjakow immer weiter Fortschritte. Zweimal übertraf er bei Wettbewerben in Nordamerika seinen eigenen Rekord beim Anlauf. Das stimmt nicht nur Trainer Schneider zuversichtlich, sondern auch den Athleten selbst: „In Sotschi möchte ich meinen Rekord halten, einen guten Anlauf, gute Geschwindigkeit und gute Zeiten zeigen. Ich möchte mein Bestes geben und meine höchste Wertung erreichen.“

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