Pawel Dazjuk: Russlands stiller Kapitän

Der Stürmer der „Detroit Red Wings“ ist der Kopf des russischen Eishockeys

Foto: Reuters

Leo Sajzew, für Russland HEUTE

Pawel Dazjuk, Stürmer der „Detroit Red Wings“, ist einer, mit dem nicht nur die Eishockeymannschaft, sondern die gesamte russische Olympia-Mannschaft assoziiert wird. Das Land braucht Helden und Dazjuk ist ein idealer Kandidat für diesen Posten. Seinerzeit wurde Alexej Jaschin „Kapitän Russlands“ genannt, aber bei allem Respekt gegenüber dem ehemaligen Spieler der „Senators“ und „Islanders“ ist „Daz“ heute der wirkliche „Kapitän Russlands“. Und es geht dabei nicht darum, dass er von Trainer Sinetula Biljaletdinow auf diesen Posten berufen wurde. Unabhängig von dem Buchstaben „C“ auf dem Trikot ist Dazjuk eine echte Führungspersönlichkeit in jeder Mannschaft.

„Das ist ein Mensch, den alle respektieren, und auf dessen Meinung man hört“, sagt Ilja Kowaltschuk, Stürmer des SKA Sankt Petersburg und Teamkollege in der Nationalmannschaft. „Mit seiner Spielweise beweist Pascha Jahr für Jahr, dass er ein echter Meister ist. Mit 35 Jahren hat er genug Erfahrung und Wissen, wie man sich im Umkleideraum und auf dem Eis benimmt. Mit einem solchen Kapitän kann man jede Aufgabe lösen.“

Dazjuk begann seine Karriere in Jekaterinburg, Industriehauptstadt des Urals und seine Heimat. Als er 23 Jahre alt war, zog er in eine andere Industriestadt, nach Detroit in den Vereinigten Staaten, wo er zu einem Star des Eishockeys heranwuchs. Bereits die zwölfte Saison in Folge tritt Pawel für die „Red Wings“ auf und ist das leibhaftige Symbol des Clubs. Während dieser Zeit erkämpfte er sich zwei Mal den Stanley-Cup, erhielt vier Mal die Lady Byng Trophy, und drei Mal die Frank J. Selke Trophy. Was seine persönliche Statistik anbelangt, so hatte der Stürmer in den Jahren 2008 und 2009 in der regulären Saison je 97 Punkte erhalten: 31+66 und 32+65.



Er bringt seinen Trainer ins Schwärmen

„Dazjuk ist einer der besten Eishockeyspieler der Welt, daran können keinerlei Zweifel bestehen. Für mich ist es ein Glück, mit ihm zusammenarbeiten zu können“, sagt Mike Babcock, Trainer Detroits und der kanadischen Nationalmannschaft in Sotschi. „Trotz seiner bescheidenen Körpermaße ist Pawel ein standhafter und hartnäckiger Spieler mit ausgeprägten Führungsqualitäten. Und er ist ein außergewöhnlicher Mensch, was sehr wichtig ist. Detroit legt Wert darauf, Spieler zu haben, die nicht nur gut Eishockey spielen können.“

Dazjuk hat tatsächlich keine typischen Körpermaße für einen Eishockeyspieler. Mit einer Körpergröße von 180 Zentimetern und einem Körpergewicht von 88 Kilogramm sieht er eher aus wie ein Fußballspieler. An einen Mittelstürmer einer der besten Mannschaften der NHL denkt man bei seinen Maßen zunächst nicht. Trotzdem hat er unschätzbare Qualitäten, die in ihrer Gesamtheit das ergeben, was man gemeinhin als Spielintelligenz bezeichnet. Als kluger Spieler kann er spontane Entscheidungen treffen, einen Pass vorbeilassen oder sofort zurückgeben. Dazu kommt noch eine ideale Technik, eine Unnachgiebigkeit im Überzahlspiel und Nerven aus Stahl. Nicht umsonst schießt Dazjuk seine Tore regelmäßig in den letzten Minuten und während der Spielzeitverlängerung. Sein ruhiger Charakter und die Offenheit dem Publikum gegenüber machen Pawel zu einem Liebling der Journalisten und Fans.

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