Kufenrakete Iwan Skobrew will Gold über 5 000 Meter

Eisschnellläufer Iwan Skobrew hat sich optimal für Sotschi vorbereitet und hofft auf Gold auf der langen Distanz.

Foto: Vladimir Baranov / RIA-Novosti

Ilja Triswjazkij, für Russland HEUTE

Am 8. Februar beginnen in Sotschi die Eisschnelllauf-Wettkämpfe der Männer auf der 5 000-Meter-Strecke. Einer der Hauptfavoriten in dieser Disziplin ist der Russe Iwan Skobrew, der bei den Spielen in Vancouver 2010 zu doppeltem Ruhm kam.

Skobrew gewann vor vier Jahren Bronze auf der 5000-Meter-Strecke und Silber über 1 000 Meter. Als nicht weniger wichtig bewertet der Sportler selbst den Gewinn der Weltmeisterschaft 2011 im Mehrkampf. Außerdem ist er mehrfacher Sieger bei Weltmeisterschaften in Einzelstrecken (1 500 Meter, 5 000 Meter, 10 000 Meter, Mannschaftsverfolgung) und Europameister 2011 im Mehrkampf. Zudem stellte er mehrere russische Rekorde auf.

„Die Bedingungen, die mir in der letzten Zeit für die Vorbereitung geschaffen wurden, sind einzigartig. Mein Minimalziel ist es, eine Medaille zu gewinnen. Da ich allerdings Bronze und Silber bereits habe, strebe ich olympisches Gold an. Ich habe viel gearbeitet und will unbedingt ganz nach oben auf dem Siegerpodest“, gibt sich Skobrew kämpferisch.

Iwan Skobrew wurde am 8. Februar 1983 in Chabarowsk geboren. Sein erster Trainer war Witalij Waschin. Über die entsprechenden Sportlergene verfügte er. Schließlich war seine Mutter eine international anerkannte Meisterin des Sports. Auch sein Vater war sowjetischer Meister des Sports. Später erzählte Iwan, dass seine Mutter in seiner Kindheit mehr Wert auf die schulischen als die sportlichen Leistungen legte, während sein Vater ihn sehr beim Trainieren unterstützte.

Nachdem seine Eltern in die USA übersiedelten, waren es vor allem seine Pateneltern Marina und Wladimir, die ihn in seiner Sportlerkarriere voranbrachten. So halfen sie ihm, seinen ersten Sponsoringvertrag zu bekommen.

„Irgendwann, als ich Silber bei der Jugend-Weltmeisterschaft gewonnen und Tausend Dollar verdient hatte, machte ich mir über meinen weiteren Lebensweg Gedanken. Ich hatte die Wahl: Entweder mich voll auf das Studium zu konzentrieren oder weiterzumachen mit dem Sport. Denn auch mit diesem sollte man irgendwann in der Lage sein, eine eigene Familie zu ernähren“, erinnert sich Skobrew.

Ein Schlüsselereignis in seiner Karriere war die Zusammenarbeit mit dem italienischen Spezialisten Maurizio Marchetto. Es war es schließlich, der ihn zu seinen ersten großen Erfolgen führte und ihn auf die Olympiade 2010 vorbereitete. „In dieser Zeit habe ich gelernt, zu verstehen, welche Limits mein Körper hat und was ich aus ihm für den Sieg herausholen kann. Marchetto ist ein sehr talentierter und professioneller Trainer“, blickt Skobrew analysierend zurück.

Nach Vancouver 2010 wurde Konstantin Poltawez neuer Trainer der Nationalmannschaft Russlands. Er hatte viele Jahre in Holland gearbeitet und in diesem Mekka des  Schlittschuhsports die modernsten Trainingsmethoden gelernt. Skobrew stellte seine Arbeit mit Marchetto, der später Trainer der Frauennationalmannschaft wurde, ein. Heute ist Alexandr Kalinin sein Heimtrainer während Poltawez die Vorbereitungen Skobrews als Coach der Nationalmannschaft betreut.

„Der Eisschnelllauf bedeutet nicht nur riesige körperliche Anstrengungen, sondern stellt auch hohe mentale Anforderungen. Es ist eine große Bereicherung, dass Poltawez, der eine fünfzehnjährige Arbeitserfahrung in Holland hat, nun seine Kraft auf unsere Schnellläufer konzentriert. Unter seiner Führung wurde ich zum Welt- und Europameister im Mehrkampf“, konstatiert Skobrew stolz.



Familie bietet großen Rückhalt

Skobrew ist verheiratet mit Jadwiga und hat die Söhne Filipp und Daniel. Seine Frau und seine Kinder besuchen ihn nach Möglichkeit an den Trainingsorten, um so viel Zeit wie möglich gemeinsam verbringen zu können.

Die Saison-Vorbereitungen begann Skobrew angesichts des Olympia-Winters ungewöhnlich früh, noch im Mai 2013. Er trainierte auf Zypern, in Holland und in Deutschland. Der Lohn war ein Rekord für Russland auf der 5 000-Meter-Distanz beim World-Cup in Salt-Lake-City (USA).

Auf der Dezemberetappe des World-Cup kam Skobrew auf der 5 000-Meter-Distanz nur als Achter an. Von da an konzentrierte sich der Russe auf den Höhepunkt des Winters 2013/2014, die Olympischen Spiele. Um sich vor Sotschi nicht zu verzetteln, fehlte Skobrew in Abstimmung mit Poltawzew bei den Europameisterschaften im Mehrkampf im norwegischen Hamar im Januar. Auch den World-Cup in Astana in Kasachstan hatte er ausgelassen.

Die Hauptkonkurrenten Skobrews auf der 5 000-Meter-Strecke sind die Holländer, allen voran der Olympiasieger von Vancouver und amtierende Weltmeister Sven Kramer, sowie Jorrit Bergsma und Bob de Jong. Über die 1 500 Meter-Distanz bekam Skobrew unlängst mit Denis Juskow einen sehr starken Konkurrenten aus der russischen Mannschaft. Juskow schaffte es  bei einer kürzlichen Umfrage unter Journalisten in die Top Ten der besten Sportler des Landes.

Von der „Adler-Arena“, in der die olympischen Wettbewerbe der Schnellläufer stattfinden, ist Skobrew begeistert. „Es ist sehr komfortabel hier zu trainieren und zu laufen. Das Eis ist gut, es hat europäische Qualität. Ich kann nicht sagen, dass es superschnell ist, aber es ist auch nicht langsam“.

In der Qualifikation zum 5 000-Meter-Lauf muss Skobrew gegen Shane Dobbin aus Neuseeland antreten. Der Gegner ist schlagbar, ob er Skobrew jedoch zu Höchstleistungen treibt, bleibt abzuwarten.

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