Jekaterina Tudegeschewa: Medaillenhoffnung aus der sibirischen Schweiz

Jekaterina Tudegeschewa ist amtierende Weltmeisterin im Snowboarden in den parallelen Disziplinen. Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver konnte sie keine Medaille holen, zu Hause in Russland will sie ihre Chance nun nutzen.

Foto: RIA Novosti

Alexander Jerastow, für Russland HEUTE

Jekaterina Tudegeschewa ist eine der erfolgreichsten Snowboarderinnen. Die amtierende Weltcupsiegerin und Weltmeisterin in den Disziplinen Parallel-Slalom und Parallel-Riesenslalom gilt als Medaillenhoffnung der russischen Snowboarddamen bei der laufenden Olympiade in Sotschi.

Tudegeschewa wurde 1987 in Tashtagol/ Kemerow geboren. Nach dem Tod der Mutter wuchs sie dort gemeinsam mit ihrer Schwester bei einer Tante auf. In der Bergregion, die von ihren Bewohnern auch die „Schweiz von Sibirien“ genannt wird, lernte sie das Skifahren. Im Alter von elf Jahren entdeckte sie das Snowboarden für sich.

 

Stark und erfolgreich

Tudegeschewa bringt gute Voraussetzungen für das Snowboarden mit. Sie hat einen kompakten Körperbau, Kraft und Ausdauer und gilt mental als sehr stark. Einer ihrer Spitznamen ist „Der russische Torpedo“.

Im Jahr 2003 startete die Sportlerin erstmals beim Snowboard-Weltcup. Bei den folgenden Weltmeisterschaften belegte sie im Snowboardcross Rang 16.

Zwei Jahre später holte Tudegeschewa bei den Juniorenweltmeisterschaften die Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom. Bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 konnte das damals erst 18-jährige Talent noch nicht überzeugen, doch ihr Ehrgeiz war geweckt und das sollte sich auszahlen. Beim Weltcup 2006 belegte sie Platz zwei und 2007 gewann sie als erste Russin die Snowboard-Weltmeisterschaft, wieder im Parallel-Riesenslalom.

 

Gestärkt aus der Krise

Nach diesen Erfolgen waren die Erwartungen bei Olympia 2010 im kanadischen Vancouver  groß. Doch im Parallel-Riesenslalom patzte Tudegeschewa im Achtelfinale und musste ihre Medaillenträume begraben.

Die Snowboarderin verarbeitete die Misserfolge schnell. Bereits in der Saison 2010/11 holte sie den Gesamtsieg im Weltcup und war wieder auf Erfolgskurs. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2013 hat sie psychisch noch weiter gestärkt. „Das hat mir sehr geholfen“, sagt Tudegeschewa.

In Sotschi startet sie wieder in ihren Lieblingsdisziplinen Parallel- Riesenslalom und Parallel-Slalom. Unter Erfolgsdruck setzt sie sich dabei nicht, den Heimvorteil will sie für sich nutzen. „Man wird die Unterstützung des Publikums spüren. Die Zuschauer hoffen auf einen Sieg, das wird mich beflügeln“, ist die Athletin überzeugt.

Zur russischen Snowboard-Nationalmannschaft der Damen gehören außer Jekaterina Tudegeschewa noch Jekaterina Iljuchina, Natalja Sobolewa und Aljona Sawarsina. Iljuchina gewann mit Silber in Vancouver die erste Olympiamedaille in der Geschichte des russischen Snowboarden.

Von einem Sieg bei den Olympischen Spielen erhoffen sich die Snowboarderinnen mehr Aufmerksamkeit für ihren Sport. „In den Medien, besonders im Fernsehen, wurde bisher nicht allzu viel über unsere Sportart berichtet“, sagt Tudegeschewa. Doch sie ist zuversichtlich: „Wenn wir Medaillen holen, wird sich das schnell ändern.“

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